Der Nutrilovers Dörrautomat kommt mit jeder Menge Zubehör nach Hause. 5 Einlagen zum Dörren, ein Dörrgitter und eine Dörrfolie für Fruchtleder, dazu ein Silikonförmchen für Müsliriegel sowie einem Rezeptbuch mit vielen Vorschlägen und Anwendungsbeispielen.
Das Gerät ist sehr kompakt, rechteckig und platzsparend aufgebaut. Die Funktionsweise ist hier genau andersherum, wie bei vielen günstigen, runden Geräten. Diese blasen in der Mitte einfach wie ein Fön die heiße Luft nach oben, die sich dann in der obersten Lage bzw. am Deckel fängt und dann wieder zurückströmt. Dadurch ist der Luftstrom nicht gleichmäßig und man muss die einzelnen Lagen nach einiger Zeit durchtauschen, da einige heißer werden, als andere.
Nicht so bei diesem Dörrer. Hier wird in der Mitte die Luft angesaugt und dann rundherum am Rand des Bodens nach oben geleitet. Dadurch ist das Gerät extrem effizient und alles wird gleichmäßig trocken.
Zum Test habe ich mir ein Rezept für Trockenfleisch aus dem Buch genommen. Darin wurde eine Trockenzeit von 24 Stunden bei 50°C angegeben. Erstaunlicherweise war es nach 12 Stunden eigentlich schon fertig, zur Sicherheit habe ich erst nach 15 Stunden aufgehört. Hierbei ist mir aber aufgefallen, dass in den Jerkyrezepten extrem viel Salz verwendet wird. Die angegebene Menge sollte man mindestens halbieren!
Dazu finden sich noch weitere spannende Möglichkeiten wie Kräutermischungen, Fruchtleder, Müsliriegel, Energiekugeln, Tierfutter, Marinaden, süße Kindersnacks oder aromatisierte Salze.
Die Dörreinlagen lassen sich wunderbar in der Spülmaschine reinigen, einfach und schnell. Genauso leicht ist auch die Gerätebedienung. Nur zwei Knöpfe und ein Drehregler sind vorhanden. Damit startet oder stoppt man den Dörrvorgang und stellt Zeit/Temperatur ein. Man hat hier von 0-24 Stunden und 35-70°C freie Wahl. Nach Ablauf der Zeit schaltet sich das Gerät automatisch komplett ab.
Auch eine Chiliernte wurde innerhalb weniger Stunden knochentrocken und kann nun gemahlen werden.
Ich bin von dem Gerät wirklich begeistert. Es ist sehr effektiv und bietet viele Möglichkeiten, selbst zu Hause durch Trocknen Dinge haltbar zu machen oder auch Müsliriegel und Tierfutter selbst herzustellen.
Fast alle Speisen werden gesalzen. Warum also nicht gleich die Chili mit dem Salz kombinieren? So spart man sich das doppelte Würzen.
Hierbei gibt es eigentlich zwei Methoden:
Salz mit Chiliflocken mischen
Die erste, einfache Variante kombiniert nur getrocknete Chiliflocken oder Pulver mit grobem Salz. Man nimmt nur eine handvoll Flocken und mischt diese unter. Hier hat man leider keine leuchtenden Farben und auch das Aroma ist nicht besonders stark. Eine wenig elegante Methode. Besser ist:
Salz mit frischen Chilis vermengen
Man benötigt ein paar frische Früchte, am besten aus der eigenen Ernte. Dazu noch etwas grobes Meersalz.
Zunächst werden die Chilis vom Stengel befreit, halbiert und entkernt. Wer viel Schärfe erhalten möchte, sollte darauf achten, dass wirklich nur die Samen entfernt werden. Die Schärfe sitzt nämlich hauptsächlich in der weißlichen Plazenta, an der die Samen hängen.
Die Chilis sollten wirklich sehr frisch sein, nur so sind sie auch saftig genug, um sich mit dem Salz richtig zu verbinden. Man püriert nun die Früchte im Mixer (Eventuell etwas Wasser zugeben, falls es nicht richtig zerkleinert wird). Ein Teil Chilis wird dann mit drei Teilen Salz vermengt (3:1). In meinem Fall waren das etwa 100ml Chilipüree, also 300ml Salz oben drauf.
Ordentlich durchmengen und dann wieder trocknen lassen. Hierbei entweder etwas Backpapier auf ein Backblech legen und die Masse bei ca. 50°C mit leicht geöffneter Tür (Holzlöffel einklemmen) im Backofen trocken, oder ins Dörrgerät packen. Für den Dörrer eine Lage aufs Backpapier legen, anzeichnen und ausschneiden.
Die Masse darauf verteilen und mehrere Stunden laufen lassen, bis das Salz wieder richtig trocken ist.
Anschließend in ein großes Glas geben und ordentlich schütteln, damit sich die Kristalle wieder einigermaßen lösen. Dann eine Portion in eine Mühle packen und schon ist das intensiv duftende, farbintensive Salz fertig.
Man hat hier wenige Grenzen und kann mit unterschiedlichen Sorten sehr viele, bunt gefärbte, aromatische Chilisalze herstellen.
Passende Mühlen gibt es übrigens z.B. bei Chili Food.
Viele Chilisorten entfalten erst getrocknet ein richtig gutes Aroma, weshalb die Pulverherstellung jedes Jahr wieder im Fokus steht. Man denke hier nur an berühmte Gewürze wie Piment d'Espelette, welches aus der Chilisorte "Gorria" gewonnen wird, oder an Pimentón de la Vera, eine wichtige Zutat für die spanische Chorizosalami.
Selbst Rocotos, die sehr viel Wasser enthalten und sehr dickfleischig sind, eignen sich gut zum Trocknen, da sie ein absolut einzigartiges Aroma entwickeln.
Pulver läßt sich natürlich auch gut dosieren, darum eignen sich auch die extrem scharfen Früchte sehr, pur sind sie ja kaum zu ertragen.
Wie dörrt man nun also seine Ernte?
Dünnwandige, kleine Chilis können in traditionellen Ristras zusammengebunden in der Küche an der Luft trocknen, mit etwas technischer Hilfe gehts aber besser.
Den Backofen kann man durchaus zum Dörren verwenden, hier sollte man die Chilis auf Backblechen verteilen und den Herd auf ca. 50°C einstellen. Die Tür leicht geöffnet lassen, damit die Feuchtigkeit auch gut entweichen kann. Dazu zum Beispiel einen Holzkochlöffel einklemmen. Leider wird hier sehr viel Energie verschwendet, weshalb sich die Investition in ein Dörrgerät durchaus rechnet.
Das Dörrgerät:
Hier gibt es mehr oder weniger 3 Kategorien:
Die Billiggeräte sind fast alle gleich. Das oben gezeigte Gerät gibt es unter vielen anderen Herstellerbezeichnungen, ist aber immer baugleich. Ob da nun Clatronic, Bomann, Westfalia oder sonstiges draufsteht ist irrelevant.
Bei diesen Geräten arbeitet im Deckel ein einfacher "Fön" der auf eine Temperatur von ca. 40-50°C kommt und die darunterliegenden Lagen mit heißer Luft durchströmt. Kostenpunkt etwa 25€.
Hier gibt es aber an Features außer einer Thermosicherung, die das Gerät notfalls abschaltet, nichts.
Einziges Manko dieses Geräts ist, daß die Lagen unterschiedlich schnell durchtrocknen, weshalb man nach der Hälfte der Zeit die Lagen einmal komplett von oben nach unten durchtauschen sollte.
Trocknungszeit ca. 6-8 Stunden, bei dickfleischigen Rocotos auch mal 10-12 Std.
Nachtrag 17.10.2019: Mittlerweile gibt es auch als Aktionsware des öfteren Dörrautomaten bei ALDI und LIDL. Im Online-Shop auch ab und an erhältlich. Diese sind zeitweise auch für 25-30€ im Angebot. Meine Frau hat mir dort einen (LIDL) Dörrer besorgt, mit dem ich sehr zufrieden bin. Dieser beistzt sogar eine Temperaturregelung und Zeitschaltung, in der Preisklasse durchaus nicht üblich. Kann ich also sehr empfehlen. Die Auflagen kann man auch in der Spülmaschine reinigen.
Die Mittelklasse hat auch mehrere baugleiche Geräte, hier heißen die Hersteller Bielmeier und Rommelsbacher. Für ca. 60-80€ bekommt man hier schon Features wie verschiedene Temperaturstufen und Zeitschaltuhr. Belüftet wird hier im Gegensatz zu den günstigen Geräten von oben nach unten.
Nachtrag 20.03.2022:
Mir wurde zum Test ein rechteckiger Dörrer der Firma Nutrilovers überlassen. Die Maschine hat mich völlig überzeugt, da die Dörrtechnik etwas anders läuft. Hier waren meine Chilis nach wenigen Stunden absolut knochentrocken. Dazu bekommt man auch noch ein Rezeptbuch und diverse Hilfen für Müsliriegel o.ä. Zum genauen Test des Geräts geht es hier: https://www.chilihead77.de/2022/03/nutrilovers-nutri-dry-dorrautomat.html
Die Oberklasse beinhaltet Geräte von Stöckli oder dem besonders edlen Excalibur. Hier muß man aber dann schon 150-400€ investieren.
Die Früchte werden halbiert und auf die Gitter verteilt.
Da ich außer Chilis sonst nichts dörre, reicht mir das Billiggerät vollkommen aus. Die Früchte werden nun, wie bereits erwähnt, halbiert und auf den Lagen des Geräts verteilt.
Nach ca. 8 Stunden, wenn die Beeren richtig rascheln, kann dann die Verarbeitung zu Pulver starten.
Hier eignet sich eine Kaffeemühle mit Schlagwerk hervorragend. Die gedörrten Chilis einlegen, ein paar Sekunden aufs Knöpfchen drücken. Die Maschine dabei wie einen Cocktailshaker zu schütteln hilft, um auch die letzten Krümel zu pulverisieren.
Dabei ist natürlich eins absolut wichtig:
Unbedingt eine Schutzmaske tragen, eventuell vorhandene Dunstabzugshauben aktivieren und möglichst wenig atmen!
Da die Motoren der Geräte nicht auf Dauerlauf ausgelegt sind, sollte man maximal 30 Sekunden mahlen und dann wieder etwas ruhen lassen. Beim Mahlvorgang auch gerne das Gerät wie einen Cocktailshaker schütteln, damit alles gut erwischt wird. Vor dem Öffnen des Deckels etwas abklopfen und kurz ruhen lassen, damit der Staub sich etwas setzt. Sonst ist es kaum zu ertragen und man hustet sich zu Tode.
Meiner Erfahrung nach ist es besser, man bevorratet die getrockneten Chilihälften und pulverisiert sie erst bei Bedarf. Das Pulver wird oft mit der Zeit farblos und verliert völlig sein Aroma. Dann ist es zwar immer noch scharf, schmeckt und riecht aber nicht mehr gut, es bekommt einen eher steckenden Ammoniakunterton, sehr unschön. Also auf alle Fälle dunkel, am besten blickdicht lagern.
Am Schluß einfach noch eine Handvoll Reis in die Mühle und ordentlich durchmahlen, dann reinigt sich die Mühle fast von selbst. Ob man hier aber nochmal Kaffee mahlen möchte, muß jeder selbst entscheiden ;)
Zum Schluß noch ein Verweis auf mein Youtube-Video zum Thema Chilipulver:
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